Ratten-Hepatitis: erstmals Infektion beim Menschen

Ratten-Hepatitis: erstmals Infektion beim Menschen

Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, ist in Deutschland die Infektion eines Menschen mit Ratten-Hepatitis (Rocahepevirus ratti) nachgewiesen worden. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung handelt es sich bei dem Erkrankten um einen vorgeschädigten Mann in den Fünfzigern. Er litt offenbar bereits an Blutkrebs. Die bei ihm nachgewiesenen Hepatitis-E-Viren zeigen eine enge Ähnlichkeit mit denen, die in wildlebenden Ratten in Berlin nachgewiesen wurden.

Auf meine schriftliche Frage an die Bundesregierung teilt diese mit, dass es weltweit sehr wenige dokumentierte Fälle gebe, bei denen Rattenhepatitis auf Menschen übertragen worden sei. Die Bundesregierung schätzt das Risiko für die Allgemeinheit als sehr gering ein. Sie empfiehlt, die „Grundregeln der Hygiene und Vorsicht“ zu beachten, insbesondere im Hinblick auf Rattenkontakt und Lebensmittelhygiene. Hierdurch lasse sich die Wahrscheinlichkeit einer Infektion noch weiter reduzieren.

Aus meiner Sicht sind die Empfehlungen der Bundesregierung eine Selbstverständlichkeit. Jeder vernünftige Mensch weiß, dass man Kontakt mit (noch dazu wildlebenden) Ratten tunlichst vermeiden sollte. Dass man keine Lebensmittel konsumieren darf, welche mit Ratten in Berührung gekommen sind, ist ebenso offensichtlich. Dennoch ist es aufschlussreich, zu wissen, dass gesonderte Vorkehrungen für die Allgemeinbevölkerung zum Schutz vor einer Infektion mit Rattenhepatitis zumindest gegenwärtig nicht geboten sind. Hoffen wir, dass das Risiko, das von Hepatitis-E-Viren für Menschen ausgeht, allzeit sehr gering bleibt.

Ihr Steffen Janich MdB

Quellen:
- Deutsches Ärzteblatt: Erste nachgewiesene Infektion mit Ratten-Hepatitis-E-Viren in Deutschland,
- Antwort der Bundesregierung auf meine schriftliche Frage vom 3. Dezember 2025, Arbeits-Nr. 11/337

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