BSI: Personalgewinnung für Cyberabwehr bleibt eine Herausforderung

BSI: Personalgewinnung für Cyberabwehr bleibt eine Herausforderung

Als Innen- und als Digitalpolitiker trage ich innerhalb meiner Fraktion unter anderem die Verantwortung für den Bereich der Cybersicherheit. Dazu gehört natürlich auch die Befassung mit Fragen rund um das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI. Das BSI hat die Aufgabe, die Informationssicherheit in der Digitalisierung durch Prävention, Detektion und Reaktion für den Staat, die Wirtschaft und die Gesellschaft zu fördern.

Im vergangenen Jahr habe ich mit anderen Fachpolitikern und Kollegen aus der sächsischen und thüringischen Landtagsfraktion die BSI-Niederlassung in Freital besucht. Die Aufgaben im Bereich der Cybersicherheit nehmen beständig zu. Sowohl die nachrichtendienstliche Spionage als auch die Wirtschaftsspionage sowie das Ausspionieren von Betriebsgeheimnissen erreichen immer höhere Fallzahlen. Die fortschreitende Digitalisierung in unserem Alltag, der geprägt ist durch Online-Konferenzen, „Smart Home“ und die Nutzung künstlicher Intelligenz, wird uns erwartungsgemäß in Zukunft noch deutlich anfälliger für Cybergefahren werden lassen. Bei dem letzten Treffen unserer AfD-Innenpolitiker aus Bundestag und Landtagsfraktionen kam die Frage auf, wie es denn dem BSI gelinge, zur Abwehr dieser Gefahren ausreichend qualifiziertes Personal zu gewinnen. Schließlich macht sich der allgemeine Fachkräftemangel auch und gerade im Bereich der Cybersicherheit bemerkbar. Hinzu kommt, dass gerade in der IT-Branche im privaten Sektor oftmals deutlich höhere Gehälter an IT-Spezialisten bezahlt werden als bei dem Arbeitgeber Staat. Ich habe dies zum Anlass genommen, die Bundesregierung zu diesem Thema zu befragen. Konkret wollte ich in Erfahrung bringen, welche Maßnahmen das BSI ergreift, um bei der Gewinnung von Spezialisten für die IT-Sicherheit im Personalmarkt mit Unternehmen der Privatwirtschaft konkurrenzfähig zu sein. Darüber hinaus wollte ich wissen, wie die Bundesregierung die aktuelle Stellenbesetzung beim BSI einschätzt (Schriftliche Frage, Arbeitsnummer 6/367).

Die Antwort hat mich überrascht. Offenbar betreibt das BSI, welches insgesamt „nur“ über rund 1.700 Mitarbeiter verfügt, eine eigene „Task Force Recruiting“, also einen eigenen Stab für die Personalgewinnung. Dieser Stab wirbt auf verschiedenen Wegen für eine Karriere im BSI. Hierzu schaltet das BSI Mediakampagnen in Form von Anzeigen, Bannern und Nachrichtenbriefen. In den sozialen Medien präsentiert das BSI sich als Behörde mittels Interviews, Kurzvideos und Anzeigen. Außerdem nimmt das BSI, schon fast konventionell, an Karriere- und Fachmessen teil. Die Behörde sucht auch über ein gezieltes Talentmanagement die potentiellen Bewerber durch seine Teilnahme an Fachveranstaltungen und an Hochschulaktivitäten. Weiterhin gibt die Bundesregierung an, dass der Bewerbungsprozess deutlich vereinfacht und digitalisiert worden ist. Insgesamt geht die Bundesregierung davon aus, dass eine starke Positionierung auf dem Arbeitsmarkt auch weiterhin erforderlich sein wird, um die passenden Fach- und Führungskräfte für das BSI zu gewinnen.

Ich werde dieses Thema auf meinem „Abgeordneten-Radar“ behalten. Der Schutz unserer Kritischen Infrastruktur und der Sicherheit des Internets ist so wichtig, dass wir hierzu auch weiterhin fähige Köpfe brauchen werden.

Ihr Steffen Janich MdB

Quellen:

 

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